Freitag, 13. August 2010
Was ich den ganzen Tag über gemacht habe, weiß ich nicht mehr. Ich war jedenfalls Zuhause, habe gelesen und mich ausgeruht. Abends dann der Höhepunkt der Woche. Mein lieber Rocco mit seinem Lieblingsfreund Julio, den ich ja schon aus Deutschland kannte, und seinem Lieblingscousin Danny, holten mich bei mir in der Nähe ab, um den nachträglichen Junggesellenabschied von Rocco zu feiern. Zuerst fuhren wir zu einer Freundin von Danny, wo die Runde noch um einige andere erweitert wurde und wir alle im Stil eines Jungesellenabschieds verkleidet wurden (die Mädchen mit Krawatte und weißen Schleiertüll im Haar, wobei sich auch einige Jungs damit ausstatten ließen, und die Jungs mit Schleifchen um den Hals sowie einige andere Accessoires). Von dort ging es ins Stadtzentrum. Auf dem Weg dahin hatte ich nun auch Gelegenheit die Innenstadt zumindest aus dem Auto heraus einmal kennenzulernen. Außerdem stellte ich fest, dass man Mariachis auf der Straße kaufen kann. Ja, wirklich! Sie stehen da und bieten sich an wie Prostituierte. Ich fragte gleich nach, was man den bitteschön mit einem Mariachi soll, aber die Jungs meinten, dass der dann seine Kollegen kontaktiert, sobald man ihn abgesprochen hat. Ja, so viel zu den Verrücktheiten dieser Stadt. Aber das war noch nicht alles, denn den weiteren Abend verbrachten wir dann in einer Lokalität namens "La Perla". Eine kleine schnuckelige Bar, in der es Tequila mit Grapefruitlimonade (eine mexikanische Spezialität angeblich) und Bier gab. In der Mitte befand sich eine Tanzfläche, auf der zwischendrin transvestitisch-sängerische Einlagen gegeben wurden. Zunächst wurden mexikanische Sängerinnen imitiert, sodass der gesamte Laden lauthals mitbrüllte (mit Ausnahme von mir). Anschließend gingen sie über zu englischsprachigen 80er-Jahre-Sängerinnen wie Madonna und Tina Turner. Zwischendrin wurde ausführlichst getanzt, unter anderem initierte unsere Junggesellenabschiedstruppe auch eine Polonaise durch die gesamte Bar. Aber gegen halb drei wurden dann die Lichter an und die Musik ausgemacht und wir wurden aus dem Laden gekehrt. Die Jungs und Mädels wollten noch weiter ziehen, um bei einem Freund weiter zu feiern, aber ich war totmüde (wenn auch nicht so müde wie Rocco, der direkt im Auto einschlief). Ganz zuvorkommend fuhren sie mich deswegen mit der Zwei-Wagen-Kolonne direkt vor meine Haustür und ich konnte müde ins Bett fallen.
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