Dienstag, 14. September 2010

Deutsche Hochkultur und mexikanische Pyramiden

Samstag, 11. September & Sonntag, 12. September

Ich war schon gegen elf wieder wach, las noch etwas und stand dann schließlich auf und machte für die Mädels und mich Frühstück. Ricardo und seine Freundin, die das Wochenende ebenfalls hier war, waren auch schon wach und frühstückten. Nach dem Frühstück buk ich einen Apfelkuchen für Arturo, der zwar am 15. September Geburtstag haben sollte, allerdings schon an diesem Abend feierte, weil der 15. ja der riesigengroße Feiertag ist und man da schlecht Geburtstag feiern kann. Dann war es schon so weit und der Literaturkurs von Ewa trudelte langsam ein. Sie hatten sich verabredet um "Effi Briest" und "Woyzeck" zu sehen. Um vier sollte es losgehen, aber aufgrund der mexikanischen Pünktlichkeit begannen wir erst nach fünf. Romy hielt spontan einen Vortrag über den Realismus (ja, das erinnerte etwas an Deutschleistungskurs in der Oberstufe) und anschließend hielt ein Student einen Vortrag über Effi Briest. Dann begannen wir den Film zu sehen. Wir brauchten etwa drei Stunden (geschätzt) dafür. Nicht nur die Lautstärke war so, dass man fast nichts verstehen konnte (zugegeben war das unsere Schuld, wir hätten uns eher darum kümmern müssen!), sondern da wir den Film im Internet sahen, mussten wir auch öfter Pausen einlegen, damit er weiter laden konnte. Susanne hatte Kartoffelsalat und Buletten mitgebracht und später wurde auch Pizza bestellt. Als "Effi Briest" (eine wirklich zweifelhafte Verfilmung von 2008, glaube ich) endlich zu Ende war (sie war seltsamerweise nicht gestorben), war es schon fast zehn und so wurde beschlossen auf "Woyzeck" zunächst zu verzichten. Mit den übriggebliebenen Studenten machten Ewa, Romy, Susanne und ich uns dann auf zu Arturos Party. Romy und ich waren vollkommen ermüdet und kaum in der Lage Gespräche zu führen es sei denn zu tanzen. So fuhren wir gegen halb zwei schon wieder zurück - auch weil wir am kommenden Tag früh aufstehen wollten.

Aus dem Plan um neun aufzustehen wurde natürlich nichts. Erst gegen kurz vor zehn begannen wir langsam und verschnupft (jedenfalls Ewa und ich) aufzustehen. Ich telefonierte noch kurz mit meinen Eltern und dann fuhren wir (Ewa, Romy, Ricardo, seine Freundin Marisol und ich) nach einem kurzen Pizza-Frühstück auch schon mit Ewas neuem Auto los. Wir brauchten wiederum eine Ewigkeit und waren erst gegen eins etwa in Teotihuacan. Ich hatte mir früh noch schnell alles darüber durchgelesen, was ich eigentlich irgendwann im Studium mal gelernt hatte. Ich war richtig aufgeregt! Endlich diese Pyramiden sehen! Es war natürlich ein unglaublicher Anblick. Der Komplex ist riesig! Leider ist Sonntag eigentlich der schlechteste Tag um sich die Pyramiden anzusehen, denn es ist kostenfrei und eben Sonntag, d.h. es war sehr voll. Trotz Menschenmassen schoben wir uns auf die riesige Sonnenpyramide (die drittgrößte der Welt nach Cholula - auch in Mexiko - und Cheops) und auch auf die etwas kleinere Mondpyramide, die man allerdings nur bis zur Hälfte erklimmen kann. Man kann wirklich nicht genau beschreiben, wie es dort ist und wie es sich anfühlt dort zu sein. Besonders ist es auf jeden Fall und mir wurde auch sofort klar, dass die Menschenmassen die Wirkung des Ganzen leider etwas minderten. Ich muss demzufolge noch einmal einem leeren Tag hingehen, um fast alleine auf der Pyramide zu sitzen und den Komplex von oben bestaunen zu können. Wir waren auch sehr müde und fertig. Vor allem Ewas und meine Nase hörten nicht mehr auf zu laufen. Wir hatten uns richtig erkältet. Zurück in der Stadt gingen wir noch schnell etwas essen (Quesadillas, Tacos usw. - das Übliche eben!). Romy fuhr dann nach Hause und Ewa und ich fielen fast sofort totmüde ins Bett. Naja, ich nicht ganz sofort, denn ich musste noch mein Buch auslesen.

Fotos:






1. Blick von der Ciudadela auf beide Pyramiden.
2. Blick von der Mondpyramide auf die Sonnenpyramide.
3. Blick von der Sonnenpyramide auf die Mondpyramide.

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